
Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit: So berechnen wir Ihre Website-Performance
Die technische Qualität einer Website lässt sich nicht allein daran erkennen, ob sie „meistens erreichbar“ ist. Entscheidend ist sowohl die Verfügbarkeit (Uptime) als auch die Stabilität über die Zeit. Deshalb bewertet unser Monitoring-System jede Website anhand zweier Kennzahlen: der prozentualen Verfügbarkeit und eines erweiterten Zuverlässigkeits-Scores.
Im Folgenden erklären wir die Methodik in klarer, zusammenhängender Form – inklusive Formeln und Beispielrechnungen.
1. Verfügbarkeit (Uptime)
Die Verfügbarkeit gibt an, wie oft Ihre Website innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreichbar war. Jeder automatisierte Check wird einem von drei Zuständen zugeordnet:
Online (schnelle Antwort), Langsam (erreichbar, aber verzögert) oder Offline (nicht erreichbar oder fehlerhaft).
Für die Berechnung gelten sowohl „Online“ als auch „Langsam“ als erfolgreich, da die Website technisch erreichbar ist. Nur „Offline“ wird als Ausfall gewertet.
Die Berechnungsformel lautet:
Verfügbarkeit (%) = (N_online + N_slow) / N_total × 100
Dabei ist
N_online = Anzahl schneller erfolgreicher Checks
N_slow = Anzahl langsamer, aber erreichbarer Checks
N_total = Gesamtanzahl aller Checks
Beispiel
Angenommen, innerhalb von 24 Stunden wurden 20 Checks durchgeführt:
- 15 Online
- 3 Langsam
- 2 Offline
Dann ergibt sich:
Verfügbarkeit = (15 + 3) / 20 × 100
= 18 / 20 × 100
= 90 %
Die Website war also zu 90 % der Zeit erreichbar.
Zur Einordnung gilt: Werte über 99,9 % gelten als exzellent, Werte unter 95 % als kritisch.
2. Der Zuverlässigkeits-Score
Die Verfügbarkeit allein sagt nichts darüber aus, wie stabil eine Website läuft. Zwei Systeme können dieselbe Uptime haben – etwa 99 % – aber völlig unterschiedlich wahrgenommen werden. Viele kurze Ausfälle wirken deutlich störender als ein einzelner kurzer Vorfall.
Deshalb berechnen wir zusätzlich einen Zuverlässigkeits-Score. Dieser startet mit der Verfügbarkeit und reduziert sich durch definierte Abzugsfaktoren.
Grundformel:
Score = Verfügbarkeit − Abzüge
Score_final = max(0, Score)
Der Score kann also nicht negativ werden.
2.1 Abzug für häufige Incidents
Ein Incident ist eine zusammenhängende Offline-Phase. Mehr als fünf Incidents im Betrachtungszeitraum führen zu Punktabzug.
Formel:
Wenn Incidents > 5:
Abzug = min((Incidents − 5) × 2, 10)
Sonst:
Abzug = 0
Beispiel:
8 Incidents führen zu:
(8 − 5) × 2 = 6 Punkte Abzug
Der maximale Abzug beträgt 10 Punkte.
2.2 Abzug für langsame Wiederherstellung
Hier wird die durchschnittliche Dauer gemessen, die eine Website benötigt, um nach einem Ausfall wieder online zu sein.
Formel:
Wenn Ø_Recovery > 60 Minuten:
Abzug = min(Ø_Recovery / 60, 5)
Sonst:
Abzug = 0
Beispiel:
90 Minuten durchschnittliche Wiederherstellung:
90 / 60 = 1,5 Punkte Abzug
Maximal können 5 Punkte abgezogen werden.
2.3 Abzug für besonders lange Einzelausfälle
Ein sehr langer einzelner Ausfall wird zusätzlich berücksichtigt.
Formel:
Wenn Längster_Ausfall > 120 Minuten:
Abzug = min(Längster_Ausfall / 120, 5)
Sonst:
Abzug = 0
Beispiel:
180 Minuten längster Ausfall:
180 / 120 = 1,5 Punkte Abzug
Auch hier sind maximal 5 Punkte möglich.
3. Vollständige Beispielrechnung
Betrachten wir folgende Monatswerte:
- Verfügbarkeit: 98,5 %
- 8 Incidents
- Durchschnittliche Recovery: 90 Minuten
- Längster Ausfall: 180 Minuten
Schritt 1 – Startwert:
Score = 98,5
Schritt 2 – Abzug für Incidents:
(8 − 5) × 2 = 6
Schritt 3 – Abzug für Recovery:
90 / 60 = 1,5
Schritt 4 – Abzug für längsten Ausfall:
180 / 120 = 1,5
Gesamt:
Score = 98,5 − 6 − 1,5 − 1,5
= 89,5
Der finale Zuverlässigkeits-Score beträgt 89,5 von 100 Punkten.
4. Downtime- und Recovery-Berechnungen
Ein Incident ist eine zusammenhängende Offline-Phase. Beispiel:
- 10:00 Offline
- 10:15 Offline
- 10:30 Online
Das ergibt einen Incident von 30 Minuten.
Wichtige Kennzahlen:
Gesamte Ausfallzeit:
Gesamt_Downtime = Summe aller Incident-Dauern
Durchschnittliche Ausfallzeit:
Ø_Downtime = Gesamt_Downtime / Anzahl_Incidents
Wiederherstellungszeit:
Recovery = Zeitpunkt_Online − Zeitpunkt_Offline
5. Einfluss der Check-Frequenz
Die Genauigkeit der Messung hängt vom Intervall der Überprüfung ab. Wird stündlich geprüft, können Ausfälle unter 60 Minuten nicht exakt erfasst werden. Bei 5-Minuten-Checks werden deutlich kürzere Störungen erkannt.
Das bedeutet: Je kürzer das Prüfintervall, desto präziser die Ausfallanalyse.
Fazit
Die Verfügbarkeit misst, wie oft Ihre Website erreichbar ist.
Der Zuverlässigkeits-Score bewertet zusätzlich, wie stabil sie betrieben wird.
Erst die Kombination beider Kennzahlen ergibt ein realistisches Bild Ihrer technischen Performance. Eine hohe Uptime ist wichtig – echte Qualität zeigt sich jedoch in stabilen Systemen mit wenigen Störungen und schnellen Wiederherstellungszeiten.
So erhalten Sie nicht nur eine Prozentzahl, sondern eine belastbare Grundlage für technische Entscheidungen und Optimierungen.
Letzte Aktualisierung: Februar 2026

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